Galerie 3

This Dream of Peace

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Führung + partizipatives Umhängen: 

Samstag, 14. Mai 2022 – 13 Uhr & Freitag, 20. Mai 2022 – 16:30 Uhr

Zur Ausstellung erscheint Episode 4 des Galerie3flux Podcasts >Kunst jetzt jetzt Kunst<

Anna Khodorkovskaya ist eine 1985 Russland geborene Künstlerin, die seit 10 Jahren in Wien lebt und arbeitet. Medial beschäftigt sie sich vor allem mit Mosaik, Malerei, Zeichnung und Aquarell, sie arbeitet aber auch installativ, partizipativ sowie immer wieder in verschiedenen Künstler*innen-Kollektiven.

Zentraler Ausgangspunkt für den Großteil ihrer künstlerischen Arbeit sind Schrift- und Textfragmente, die sie aus der Alltagssprache, den Medien sowie Büchern destilliert und aus dem Kontext löst und mit fast abstrakten Qualitäten ausstattet: „Here is something important“, „inexpressible“, „Soon. But when?“ lesen wir da. Botschaften und Slogans transformiert die Künstlerin in farbenfrohe, plakative Mosaike. Die sprachliche Verkürzung und Verkümmerung im Social Media-Bereich, die Schlagzeilen, aber auch oberflächliche Phrasen, die wir uns im Alltags-Smalltalk zurufen, werden in harmlos anmutende Form und Farbigkeit gegossen, aber messerscharf kritisiert.

Die Pop Art, die ab Ende der 1950er Jahre ausgehend von Großbritannien mit Vertretern wie Richard Hamilton, erstmals mit Slogans und Konsumphänomenen in klassischen Medien wie Malerei und Grafik operiert hat, ist sicherlich ein Bezugspunkt für Anna Khodorkovskaya. Was insofern auch erhellend ist, da die Künstlerin, die Grafik in Moskau und später abstrakte Malerei bei Erwin Bohatsch an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert hat, als Grafik-Designerin gearbeitet hat und den Bereich der visuellen Kommunikation „aus dem FF“ und „für alle Augen“ (auch die außerhalb des Kunstbetriebs) beherrscht.

Überraschend vielseitig ist Anna Khodorkovskaya auch in der Malerei: Mittelformate mit starker Farbigkeit und organischen, zumeist runden Formen kombiniert sie teilweise auch mit Mosaik-Arbeiten, die oben und unten aus den Leinwänden zu wachsen scheinen, dabei aber adaptierbar und kombinierbar, „situationselastisch“ (um ein Un-Wort des Moments zu gebrauchen) bleiben.

Die Aquarell-Serie „One Anna a Day“ schließlich ist selbstreflexiv und vom Grundton her ernster als die Text-Arbeiten und Malereien. Die Künstlerin selbst blickt uns aus diesen Aquarellen, die allesamt Selbstporträts sind, an. Fein-nuancierter, lasierender Farbauftrag und Text-Fragmente überzeugen auch hier.

Lisa Ortner-Kreil, Kuratorin Kunstforum Wien

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