Thorben Eggers

Die Erfindung der Compact Disk ist eine der bedeutendsten Erfindung hinsichtlich der Vermarktung von Musik. Sie ist klein im Vergleich zur Schallplatte, ist digital aufgenommen und steht stellvertretend für eine ganze Zeit Epoche – die 90er und 2000er Jahre. Im Jahr 2016 jedoch spielt die CD als Datenträger für Musik oder Daten eine kaum wahrnehmbare Rolle. Alles wird digitalisiert, was aber in dem Zusammenhang bedeutend sich vom physischen Datenträger zu entfernen. Die Entfernung wird als Befreiung gesehen – das Leerräumen von großen Regalen und alles als MP3 auf der Festplatte speichern. Das geht solange gut, bis sich die emotionale Leerstelle wieder nach Material sehnt und man aus unbewussten Gründen zum altbewährten Medium zurückkehrt. Nicht aus technischen Überlegungen, sondern aus emotionalen Empfindungen, da man mit dem Medium immer etwas medienspezifisches verbindet. Die CD verschwindet aus dem Alltag, hat aber das Potential dazu wieder neu entdeckt zu werden. Zudem ist die CD das erste digitale Medium, welches selbst produziert werden konnte, indem man CD gebrannt hat. Etliche Reproduktionen der Daten, bei der die CD als Medium in den Hintergrund gerückt wird und nur noch Mittel zum Zweck ist. Eine austauschbare Oberfläche, die nicht visuell mit dem Inhalt verknüpft ist. Formal fand ich die reflektierende Oberfläche spannend und die runde Komposition, die auch was etwas Augenförmiges hat. Der Hintergrund ist bewusst weiss, sodass nur die runde Scheibe im Vordergrund steht und die Form maskiert erscheint.

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